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Blut &
Immunsystem 🩸
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Blut ist eine Sonderform des Bindegewebes und macht ca. 8 % des Körpergewichts aus. Eine Person mit 75 kg hat also rund 6 Liter Blut.

45 %
feste Bestandteile
55 %
Blutplasma

Feste Bestandteile

  • Erythrozyten = rote Blutkörperchen
  • Leukozyten = weiße Blutkörperchen
  • Thrombozyten = Blutplättchen

Bildungsorte

Alle festen Bestandteile entstehen im Knochenmark. Die Prägung der Leukozyten erfolgt in Thymus, Milz, Tonsillen & Lymphknoten.

Anzahl je mm³ (µl)

Erys 4,5–5 Mio. Leukos 5–9 Tsd. Thrombos 150–300 Tsd.

3 Aufgaben des Blutes

  • Transport – O₂/CO₂, Nährstoffe, Hormone, Wärme
  • Abwehr – Krankheitserreger & Fremdstoffe
  • Blutstillung (Hämostase) – keimdichter Wundverschluss

Blutplasma besteht zu 90 % aus Wasser. Die übrigen 10 % sind gelöste Stoffe: Eiweiße (Proteine), Salze, Nährstoffe, Stoffwechselabbauprodukte, Abwehrstoffe, Hormone & Enzyme.

Gerinnung im Reagenzglas

Entnommenes Blut gerinnt in Minuten zu einem Blutpfropf (Thrombus) aus Blutzellen + Fibrinnetz (gebildet vom Protein Fibrinogen). Die Flüssigkeit darüber heißt Blutserum – sie ist frei von Fibrinogen.

Merke!
Blutplasma = Blutserum + Fibrinogen
Blutserum = Blutplasma − Fibrinogen

Die Hämostase wird durch 3 Faktoren ermöglicht:

  1. Gefäßverengung – Kontraktion der Gefäßwände
  2. Thrombusbildung – Thrombozyten bilden den Blutpfropf
  3. Fibrinbildung – Aktivierung der Gerinnungsfaktoren I–XIII

Vereinfachtes Gerinnungsschema

Thrombozyten + Luft-O₂ + Gewebefaktoren
Prothrombin-Aktivator
Prothrombin → Thrombin
Fibrinogen → Fibrin

Fibrin …

  • ist faserartig & bildet ein Netz
  • zieht den Blutpfropf zusammen
  • verleiht ihm Festigkeit

Erythrozyten tragen Oberflächenmerkmale = Antigene. Einteilung in 4 Gruppen: A, B, AB, 0. Im Serum bilden sich im 1. Lebensjahr Antikörper gegen die fremden Antigene.

Gruppe
Antigen (Erys)
Antikörper (Serum)
A
Antigen A
Anti-B
B
Antigen B
Anti-A
AB
A und B
keine
0
keine
A + B
🔑 Schlüssel & Schloss: A passt zu B passt zu
Passt Antigen zu Antikörper (A↔Anti-A) → Agglutination (Verklumpen) → Hämolyse (Platzen der Erys) → Tod! Diese Kombis vermeiden.
Universalspender
Gruppe 0
keine Antigene
Universalempfänger
Gruppe AB
keine Antikörper

Rote Blutkörperchen

Erythrozyten – kernlos, enthalten Hämoglobin für den Transport von O₂ und CO₂.

Weiße Blutkörperchen – spezifische Abwehr

  • T-Killerzellen – zerstören Antigene
  • T-Helferzellen – aktivieren B-Lymphozyten (bei HIV geschädigt)
  • T-Suppressorzellen – bremsen Immunreaktion → verhindern Allergien
  • T-Gedächtniszellen – immunolog. Gedächtnis, schnelle Reaktion bei Reinfektion
  • Plasmazellen (aus B-Zellen) – bilden Antikörper
  • B-Gedächtniszellen – Gedächtnis für schnelle Reaktion

Unspezifische Abwehr

  • Monozyten → Makrophagen (große Fresszellen) – Phagozytose
  • Mastzellen – bilden Histamin und Heparin
  • Neutrophile Granulozyten → Mikrophagen – Phagozytose
  • Eosinophile & basophile Granulozyten – allerg. Reaktionen

Blutplättchen

Thrombozyten – kernlose Zellfragmente, Blutstillung (bilden den Thrombus).

  • Antigene – eindringende Fremdstoffe, lösen Immunreaktion aus
  • Antikörper – Reaktionsprodukte gegen Antigene
  • Antigen-Antikörper-Komplex – Antikörper verklumpen Antigene → unschädlich
🔑 Antigen & Antikörper passen wie „Schlüssel und Schloss".
Spezifisch
gezielt & stark, gegen bestimmte Erreger
Unspezifisch
breit & schwach, gegen viele Erreger

humoral vs. zellulär

  • humoral spez. – Antikörper-Bildung · unspez. – Lysozym (Bakterien), Interferon (Viren)
  • zellulär spez. – T-Lymphozyten · unspez. – Phagozytose (Mikro-/Makrophagen)

Aufnahme & Vernichtung von Fremdstoffen durch Fresszellen (Phagozyten) des unspezifischen Immunsystems.

Granulozyten
= Mikrophagen
(kleine Fresszellen)
Monozyten
= Makrophagen
(große Fresszellen)

Ablauf in 6 Schritten

  1. Fresszelle nähert sich dem Eindringling
  2. Zellkörper umfließt den Eindringling
  3. Eindringling wird eingeschlossen
  4. Eindringling ist vollständig eingeschlossen
  5. Auflösung durch Verdauungsenzyme
  6. Reste werden ausgeschleust
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